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Stack für Haare & Nägel
Für Haare und Nägel wird viel verkauft, im EU-Register steht wenig. Dieser Stack enthält genau die vier Nährstoffe, für die es überhaupt eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zu Haaren oder Nägeln gibt; welche das im Wortlaut sind, steht unten unter „Hinweise zum Plan". Sei dir über eines im Klaren: Keine Studie belegt für gesunde Menschen eine wirksame Dosis für Haare oder Nägel. Die Mengen hier sind deshalb keine Wirkdosen, sondern unsere Festlegung; bei jedem Eintrag steht, dass sie es ist. Die EFSA-Höchstmengen stehen dabei, weil sie eine Menge ausschließen können. Auswählen können sie keine, und ob deine Gesamtzufuhr darunter bleibt, hängt von deiner Ernährung ab und weiß diese Seite nicht. Und was fehlt, fehlt mit Begründung.
Tagesplan
An deine Zeiten anpassen
Der Plan legt jeden Nährstoff auf den Zeitpunkt, der für ihn hinterlegt ist, und verteilt geteilte Dosen über den Tag. Wegen einer Wechselwirkung verschiebt er nichts. Dokumentierte Paare stehen unter dem Plan, jeweils mit dem, was die Studie zeigt: mal geht es um den Zeitpunkt, mal um die Tagesmenge, mal um ein Ergebnis, das ausgeblieben ist.
Nimmst du noch etwas?
Trag den Wirkstoff ein, der Einnahmeplan ordnet ihn ein. Ist er noch nicht in unserer Datenbank, recherchieren wir ihn für dich und kennzeichnen ihn so lange als vorläufig.
Was nicht drin ist, und warum
Diese Stoffe werden für dieses Ziel häufig empfohlen. Wir haben sie geprüft und nicht aufgenommen.
Eisen
Der Klassiker bei Haarausfall von Frauen, und in der kontrollierten Studie dazu war Eisenmangel bei den Frauen ohne Haarausfall häufiger als bei denen mit. Bei einem Ferritinwert von höchstens 15 µg/l und vor der Menopause lag der Anteil bei 29,8 % der 47 Kontrollen, gegenüber 12,4 % von 170 Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall und 12,1 % von 58 Frauen mit chronischem Effluvium. Bei nachgewiesenem Eisenmangel gehört Eisen behandelt, aber nicht auf Verdacht wegen der Haare.
Biotin in Hochdosis
Eine Übersichtsarbeit aller Fallberichte und Studien fand 18 Fälle mit Besserung, in allen lag eine Grunderkrankung oder ein Mangel vor; für gesunde Menschen fehlt der Beleg. Dazu kommt ein handfestes Risiko, das aus der Laborchemie stammt und nicht aus der Dermatologie: Biotin stört Immunoassays. In einer systematischen Untersuchung auf einer gängigen Analyseplattform fielen TSH und hochsensitives Troponin T fälschlich zu niedrig aus, T3 und Vitamin D fälschlich zu hoch. Wer hochdosiertes Biotin nimmt, bekommt womöglich genau die Blutwerte verfälscht, wegen derer man es nimmt.
Patel et al., Skin Appendage Disord 2017Li und Wagar, Clin Chim Acta 2018
Selen über den Referenzwert hinaus
Selen ist im Stack, aber niedrig dosiert. Nach oben gibt es eine harte Grenze, und sie ist gut dokumentiert: 2008 kam in den USA ein flüssiges Nahrungsergänzungsmittel mit der 200-fachen deklarierten Selenmenge in den Handel. Von 201 Betroffenen berichteten 72 % Haarausfall und 61 % verfärbte oder brüchige Nägel. Mehr Selen kann also genau das auslösen, wogegen es genommen wird.
L-Cystin, Hirse-Extrakt und Pantothensäure
Die Kombination hinter den bekannten Haarkapseln. Die Studie dazu meldet beeindruckende Zahlen, 59 % weniger Haarausfall nach zwölf Wochen bei 112 Personen, ist aber offen, ohne Placebogruppe und vom Hersteller selbst. Diffuser Haarausfall bessert sich häufig von allein, deshalb kann eine unkontrollierte Studie das Präparat nicht vom Zeitablauf trennen.
B-Komplex
Ein B-Komplex gilt vielen als Mittel für schnelleres Haarwachstum. Die Übersichtsarbeit zu Vitaminen und Mineralstoffen bei Haarausfall hält die Datenlage jedoch für unzureichend, um eine Ergänzung zu empfehlen, und außer Biotin hat kein B-Vitamin eine zugelassene Angabe zu Haaren. Wer den eigenen Verlauf beurteilen will, sollte außerdem die Jahreszeit einrechnen: Bei 823 Frauen mit Haarausfall war der Anteil der Haare in der Telogenphase im Sommer am höchsten und im Spätwinter am niedrigsten.
Almohanna et al., Dermatol Ther (Heidelb) 2019EU-Register, Verordnung (EU) Nr. 432/2012Kunz et al., Dermatology 2009
Silicium (cholinstabilisierte Orthokieselsäure)
Der einzige Kandidat mit einer echten randomisierten, placebokontrollierten Studie, 50 Frauen über 20 Wochen. Der Haken steckt in der Auswertung: Für die Haut wird gegen Placebo verglichen, für Haare und Nägel nur gegen den eigenen Ausgangswert, und die Brüchigkeit haben die Teilnehmerinnen selbst auf einer Skala eingeschätzt. Ein Vorteil gegenüber Placebo ist damit für Haare und Nägel nicht gezeigt.
Hinweise zum Plan
- 01 Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haare bei*.
- 02 Zink trägt zur Erhaltung normaler Haare bei*.
- 03 Zink trägt zur Erhaltung normaler Nägel bei*.
- 04 Selen trägt zur Erhaltung normaler Haare bei*.
- 05 Selen trägt zur Erhaltung normaler Nägel bei*.
- 06 Kupfer trägt zu einer normalen Haarpigmentierung bei*.
- ★ Mit * gekennzeichnete Aussagen folgen EU-Verordnung 1924/2006. Andere Inhalte sind wissenschaftlicher Kontext mit Quellenangabe.